Bauen

Iq bewilligung

Pressemitteilung

Ziel der Bundesregierung ist es, den Kohlendioxid-Ausstoß im Gebäudebereich gegenüber 1990 bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken. Bis zum Jahr 2050 soll der Kohlendioxid-Ausstoß um 80 bis 95 Prozent vermindert werden. Diesen Klimaschutzzielen dient u.a. die KfW-Förderlinie 432 "Energetische Stadtsanierung" durch die Förderung integrierter Quartierskonzepte sowie der Konzeptumsetzung durch ein Sanierungsmanagement. Sechs Kommunen haben in Zusammenarbeit mit dem Werra-Meißner-Kreis unter Federführung der Kreisstadt Eschwege im Rahmen dieses Programms das Modellvorhaben „Interkommunales Sanierungsmanagement für 6 Quartiere im ländlichen Raum“ beantragt und letzte Woche nun die Bewilligung für die Zusatzförderung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen in Höhe von 392.000 Euro erhalten. Bereits im letzten Jahr erfolgte für das Projekt die Bewilligung von insgesamt 900.000 Euro durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Zuvor wurde bereits in der ersten Stufe erfolgreich eine Konzeptphase in den sechs Quartieren durchgeführt, bei der die Möglichkeiten zur energetischen Sanierung analysiert und entsprechende Konzepte erstellt wurden. Nun gilt es, die Umsetzung dieser Konzepte durch hochwertige und unkomplizierte Beratungsangebote zu unterstützen. Hierzu werden mehrere Fachberater eingestellt, die einerseits eine baufachliche Beratung und andererseits Fördermittelberatungen für private, gewerbliche und kommunale Bauherren anbieten. Letztendlich werden kostenfrei so genannte „Individuelle Sanierungsfahrpläne“ erstellt, um die Sanierungsquote im Gebäudebestand zu erhöhen und damit Energie einzusparen. Bei dem Modellvorhaben sind die Städte Eschwege, Witzenhausen und Großalmerode sowie die Gemeinden Herleshausen, Meißner und Ringgau mit jeweils einem Quartier beteiligt. Die Laufzeit des Projektes beträgt drei Jahre mit einer Option auf zwei Jahre Verlängerung. Es ist bereits angedacht, das Sanierungsmanagement zu verstetigen. Das bedeutet, dass weitere Quartiere dazukommen können und somit das Beratungsangebot idealerweise längerfristig im Kreis erhalten bleibt. Das Vorhaben hat verschiedene innovative Ansätze, weswegen es als Modellprojekt gilt und bundesweit hohe Beachtung findet: Ein besonderer Aspekt ist zum Beispiel der interkommunale Ansatz, der bei diesem Vorhaben sogar noch um eine Erweiterung der Quartiere ergänzt wird. Somit können 20% der Beratungsleistungen auch außerhalb der festgelegten Quartiere im Kreisgebiet erbracht werden. Hierdurch kann letztendlich der ganze Kreis von den Beratungsleistungen profitieren. Ein weiterer interessanter Ansatz ist die besonders enge Einbindung der Quartiere über sogenannte lokale Kümmerer, welche als Mittler zwischen den Quartieren und dem Sanierungsmanagement fungieren. Des Weiteren sind die sechs Quartiere von ihren Randbedingungen, den Möglichkeiten und den Konzepten sehr unterschiedlich und bieten ein großes Aufgabenspektrum. So stehen für die Beratungen je nach Quartier neben der energetischen Sanierung (Gebäudehülle, Heiztechnik, erneuerbare Energieträger, LED-Technik) weitere Aspekte im Vordergrund: z.B. Nahwärmenetze mit

Nutzung holziger Biomasse und Abwärme, städtebauliche Maßnahmen zur Klimaanpassung und Weiterentwicklung des öffentlichen Raumes, Strategieentwicklung zum Gebäudeleerstand, Verbes-serung der Mobilität und Wohnen im Alter. Aus den sechs Kommunen und dem Kreis setzt sich eine Lenkungsgruppe zusammen, die durch regelmäßige Besprechungen das Projekt steuert und überwacht. Dem Lenkungsausschuss sitzt als Projektleiter der erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann vor. Sein Stellvertreter ist Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Kurzfristig werden nun mehrere Stellenausschreibungen veröffentlicht und entsprechendes Fachpersonal eingestellt. Im Rahmen des Modellvorhabens wird eine Person beim Kreis und 3 Personen - bzw. 2,5 Stellen - bei der Kreisstadt Eschwege befristet eingestellt. Zusätzlich werden Planungsbüros unterstützend als Experten bei fachlichen Sonderthemen sowie eine Pressereferentin hinzugezogen. Insgesamt steht dem Vorhaben ein Finanzvolumen von knapp 1,4 Mio. Euro zur Verfügung. Wie bereits in der Konzeptphase konnte mit 95% eine sehr hohe Förderquote für die finanzschwachen Kommunen erreicht werden. Somit liegt der Eigenanteil für 5 Kommunen bei nur 5%, der durch anre-chenbare Eigenleistungen sogar noch reduziert werden kann. Lediglich die nicht als finanzschwach eingestufte Kreisstadt Eschwege muss einen Eigenanteil von 15% selber tragen. Zusätzlich zu der Förderung wird das Projekt von zahlreichen Institutionen aus der Region unterstützt. Hierzu gehören neben der Kreis-Handwerkerschaft verschiedene gemeinnützige Vereine aber auch Banken und Energieversorger. Diese sind über einen Projektbeirat an der Durchführung des Vorhabens beteiligt.